| Crechting, ein münstersches Geschlecht. Es führte, wie neben,
in Schwarz 10 (3.3.3.1.) silberne Ringe, von denen zuweilen die beiden
äußeren der dritten Reihe nur halbe und mit ihren offenen Seiten
nach Auswärts gekehrt sind. Auf dem goldgekrönten Helme stehen
zwei Büffelhörner, von denen das linke Schwarz, das rechte Silber
ist; so findet sich das Wappen in dem Stammbaum Steveninck, wonach eine
Crechting an einen v. Bernsfeld verheiratet war. Über die unglückliche
Rolle, welche Johann Crechting 1535 zu Münster unter den Wiedertäufern
spielte und wie er auf eine schreckliche Weise hingerichtet ist, findet
man umständliche Nachrichten in Kerssenborck, Geschichte der Wiedertäufer
Anmerkung: Das gleiche Wappen, jedoch goldene Ringe auf
rotem Feld, trug im Jahre 1257 Sweder von Dingden-Ringenberg.
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2,6 km südlich vom Dorfe Rhede liegt von breiten Wassergräben
umgeben zwischen der Aa und dem Pleistrang Haus und Freiheit Krechting
in der kleinen gleichnamigen Bauerschaft. Ursprünglich gehörtees
als Haupthof mit einer Anzahl von Unterhöfen und mehreren Gütern
in Crommert zu den Abteihöfen des Stiftes Werden a. d. Ruhr, bildete
um 1050, wenn auch noch nicht unter seinem Namen Krechting, einen Bestandteil
des Fronhofamtes Scironbeki - Rethihalla und scheint vor 1150 in ein Lehngut
des Klosters umgewandelt zu sein. 1360 wude Hinrich von Crechtinck mit
dem Hofe zu Crechtinck und den Unterhöfen Kemenaden, Modelsche (Effing
in Büngern), Stroet, Rutgering (Rötering in Altrhede) und Herekinch
vom Abte von Werden belehnt. Mitglieder der Familie, die nach ihrem Wappen
ein Zweig der Familie von Dingden-Ringenberg zu sein scheint, kommen schon
früher vor, so 1256 Betcelus Chrechtinc, 1338 - 1350 Mauricius Crechtinc.
Um 1400 erfolgte eine Teilung des Grundbesitzes, indem die Güter bei
der Familie blieben, dagegen der Hof (die Burg) Krechting 1400 als
Lehen an Heinrich von Diepenbrock, 1412 an Otto von Heckeren und 1426 an
Lodde de Conynck zu Dienstmannsrecht überging. 1446 waren aber beide
wieder in der Hand Heinrichs von Crechtinch vereinigt. 1456 kamen die Güter
Krechting und Kemenade durch Tausch an Gert von Barnsfeld, Dorsten von
Bocholt. Mit dem Hause Krechting war schon damals eine Kapelle verbunden,
für dessen St.-Antonius-Vikarie 1458 das Gut Thuynte (Tünte)
angekauft und zum Lehen gezogen wurde und Burchard von der Ruhr 1487 eine
Obligation von 100 Goldgulden gab.
Da die Söhne des verstorbenen Drosten die Belehnung mit dem erledigten Lehen nicht nachgesucht hatten, wurde 1487 Burchard von der Ruhr, der Schwiegersohn des Drosten, belehnt und geriet in Streit mit dem Sohne und Nachfolger im Drostamte, dem jüngeren Gert von Barnsfelde. Dieser trat 1501 die Krechtingschen Güter an Wessel von Ermen (Ermel) ab, mit dem sich 1521 auch Burchard einigte und ihm alle seine Ansprüche und Rechte verkaufte. Im selben Jahre trat Herzog Karl von Geldern mit Wessel von Ermel in Verhandlung, um Haus und Freiheit Krechting zu kaufen. Er machte 1523 das angekaufte Haus mit dem Flecken, mit Gräben, Mühlen und allem Zubehör zu seinem Lehngut und gab es den gleichnamigen Neffen des Verkäufers Wessel von Ermel wieder nach Zütfenschem Lehnrecht. Er setzte sich in der Burg mit Reisigen, Söldnern und zahlreichen Schanzarbeitern fest, um von hier aus gegen seinen alten Gegner, den Herrn von Gemen, vorzugehen und dessen Herrschaft in seine Abhängigkeit zu bringen. Er konnte aber seine Drohung nicht durchführen, da ein Konflikt mit dem Bischofe von Münster zu befürchten stand. Der Abt von Werden gab erst nach langen Verhandlungen 1531 seine Zustimmung, daß durch einen Tausch Krechting frei wurde und an dessen Stelle der Haupthof Ailrodt (Alrodt, Naelrodt, Naelradt, 3 km südlich von der Stadt Lüdinghausen) mit Zubehör, die den Herren von Ermel gehörte, als Werdener Lehen errichtet wurde. Durch Heirat von Wessels Tochter Dorothea von Ermel mit Vith von Münster, Rittmeister unter Karl von Geldern und Drosten von Anholt, kam Krechting um 1530 an die Familie von Münster. Der älteste Sohn, Sondag (=Dominicus) von Münster, 1568 Droste von Bocholt, starb 1594 kinderlos. Das Lehen Krechting fiel an seinen Bruder Jacob, Herr zu Walien (in Medeho, Kirchspiel Winterswyk). Es blieb noch die Generation in seiner Familie und kam 1696 durch Heirat der Erbtochter Sibylla Margareta Ludowica von Münster and Johann Ferdinand von Spital, dessen Vorfahr Dr. jur. Heinrich Spital durch Kaiser Leopold den Adelsbrief erhalten hatte. Auf den Sohn Erich Johann Philipp von Spital folgte Theophilus Kraekhorst, der 1783 als Herr von Krechting genannt wird, und Sophia von Cochenheim zu Tenkinck heiratete. 1803 war die Familie van der Meulen Besitzerin. 1804 kaufte Dr. med. Johann Josef von Raesfeld zu Harrefeld in Holland das Gut von Balthasar van der Meulen für 10.000 holländische Gulden, die zugehörige Freiheitsweide von dem Sohne Johann Franz van der Meulen für 1500 holl. Gulden. Krechting wird damals als zum Hofe von Arnheim lehnrühriges Gut mit privater Hovesaat bezeichnet. Zu seinen Gerechtsamen gehörten die Koppeljagt im vormaligen Amte Bocholt, in den Kirchspielen Borken und Brünen, die ganze Fischerei in der Aa und in den Gräben der Freiheit, das Grundeigentum der ganzen Freiheit und deren 25 Häuser, sowie zwei Häuser auf dem Deiche die jährlich je 7 Dienste und zwei Paar Hühner zu leisten hatten, und drei Häuser mit je drei Handdiensten. Beim Verkaufe stand der Herrschaft das Vorkaufsrecht zu oder der zehnte Teil des Kaufschillings. Nachdem Dr. Jos. von Raesfeld 1829 die Freiheitsweide veräußert hatte, verkaufte er im selben Jahre das Gut für 3791 Tlr. 20 Sgr. an den Kaufmann Joahnn Wessels zu Wesel. Dieser ließ 1850 das Herrenhaus aufführen. 1858/59 errichtete er durch testamentarische Verfügung aus dem Besitz eine Familienstiftung mit einem Kuratorium von drei Mitgliedern. Von den Erben wurde diese zu Anfang des 20. Jahrh. Aufgelöst. Das Gut befindet sich jetzt im Besitz der Erben Froning in Wesel. Die Freiheit Krechting zählte 1689 18 Häuser, 1814 51, 1861 373 Einwohner und 413 im Jahre 1937. Die Freiheit und das alte Dorf Krechting haben nur einen Zugang von Norden über die Aabrücke und sind ganz von Wasser umgeben. An der Brücke das Standbild des hl. Johann Nepomuk, Quelle: Wilhelm Rave, 1954 Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen |