Hinrich Krechtings Testament vom 1.7.1575
(* 1501 in Schöppingen, + 28.6.1580 in Dykhausen)
Abschrift, von Eilard Folkers am 20. September 1580 eingetragen in
Gerichtsprotokolle Gödens ab 1574
Privatarchiv v. Wedel, Gödens, Best. 2910,2 fol. 78 Rückseite
- 83.
"Hindrich Krechtings Testament
Im Nhamen der hilligsten ungetheilden Dreivoltigheit
Amen. Kundt und openbar sey allermenniglick, durch
dutth gegenwartighe apen Instrument, und Orkunde
datt im Jhaer als men telde nha der Gebordtt
Christi voffteinhundert viff und soventich in der drudden
Indiction freidags den ersten des Monats Julij, unge-
fher twuschen soven und achte Uren vormiddaghe Her-
schunghe und Regierunghe des allerdurchluchtichsten
grottmechtigsten und unaverwintlichsten Fürsten
und Heren, Heren Maximiliani, diesses Nhames des
Andrn [Zweiten] [X1] erwelten [X2] Röm.[ischen]
Keys.[ers]/: Mehrern des Riekes tho
allen tidenn. In Germanien, tho Hunghernn [Ungarn], Behaim [Böhmen]
Dalmatien, Croatien und Schlavonien p Konings
Ertzhertzogen tho Oesterreich, Hertzogen tho Burgundt
Steir, Carnten, Krain und Wirtembergk p Graffen
tho Tyroll p. Unsers allergnedigsten Heren des
Romischen Rikes im drutteinden, des Hungarischen
im twolfftenn und des Boheimischen im
[f. 79] 8 und twindigsten Jharen. In mines apenbarn [öffentlichen]
Notarenn
und der geloffwerdigen [glaubwürdigen] nhabenömpten [untenbenannten]
Getügen [Zeugen]
Genwerdigheit personlich erschenen is der erbar und
vornheme Hindrich Krechtingk tho Dickhusen in der
Goedenser Herlicheit wanhafft, van der Gnaden Gades
gesundes Lives und Gemöetes, oick [auch] sterck genoch siner
Sinnen, Vornunfft und Vorstandtenisse, alss hie sick
erzeigett, und ick Notarius, oick die nachbenompten
Getügenn bey nahfholgender Handlunghe nicht anders
gesehn, vorstanden und gemerckett hebbenn, und tho der
Tiedtt alss hie tho Kercken und Straten ghaen und wanden,
...te, sede [sagte] und rhedete ungefherlich [ungefähr] nahfholgende
Mainunghe
Datt hei mi Notarium und die nabenompte Getügenn
in Willen und Meinunghe sein vorgenhamen Testament
und lesten Willen vor unse udtt tho sprecken [auszusprechen], und der
aver [darüber] apene Tücheniße und Orkunde uprichten
und
beschendigen [bescheinigen] tho laten, bey ein ander gefhordert und
beropen [zusammen aufgefordert und berufen]
sedde: Alles und jedes nafholgendes Inholdes und nha
Udtwisunghe einer Schrifft die hei darvor gebrachet
und apentlick tho vorlesen begerde, welcke dan oick
alßbalde apentlich vorlesen worden, und ludett van
Wordtt tho Worden alss fholgett. In Nhamen der
hilligenn Drievoldiheitt Amen. Bekenne ich
Hindrich Krechtingk tho Dickhusen in Goedenser
Herligheitt apentlich unnd tho kundt allermannighlich [jedermann]
mit diesem Brieffe, datt ick inn Betrachtunghe der
Unbestendigheitt des minschliken Levendes und datt
allen Minschen von Godtt dem Almechtigen die
natürliche tydttliche [zeitliche, irdische] Doett, durch Vorbrekunghe
des
des Ersten Vaders Adam es uperlechtt und alß nichts
[f. 79 Rückseite] Gewissers alss der Doedt, nichtt Ungewissers
averst alss
die Stunde dessulven denn Minschen tho verwachten, mit
guther Vornunfft und fhraigen Willen, van keinem
Minschen dhartho beredett oder hindergangen, sonder Ge-
zanke, Hader und Twidracht, so nha minem Affstervende
aver mine tiedelicke [zeitliche] van Gott dem Almechtigem,
mi mildiglick vorlehnette Guithern, und meinen Kindern
oder andre erwassen müchten vorthobuwen [vorzubauen]. und udtt
andren guthen my dartho bewegenden Ursaken, durch
mein Geschefft und Ordnunghe lestes Willens tho der
Tydtt alss ick datt woll doen kunde gemakett geordnet
unnd upgerichtett hebbe. do oick hir mit und in Krafft
dußes Brieffes in der allerbesten bestendigsten Form, Wiese [Weise],
Mathe [Maß]
und Gestaltt, als ick van Rhechtes oder Gebruikes, Frey-
heitt oder Herkamens und sonderlick der Graffschup
Ostfreßlandt und Goedenser Herlicheitt, Landt-
rechtes und Gewonheitt wegen, ohne mennighlickes
Vorhindrunghe und Umstotten [Umstoßen] doen schall, kan und magh
alss van Worden hir nha fholgett, und will
wo dutt mein Geschefft nichtt Krafft hebben scholde,
alss ein herlich und zirlich Testament, datt idt dennoch
geholdenn werdenn, und so vele gelden schall alss ein
udttsprecklich Geschefft, ein Averghave [Übergabe?] up den Dhott
schall gestaltt, ein Codicil oder sunst ein jeder ander leste
Wille, so ein jeder Person den idtt im Rechten nicht vorba-
den is, doen und uprichten magh. - Erstich
wehnn Godtt die [!] Almechtighe, meine Seele die hei
geschapen hefft, van minem sterffliken Lieve nimpt,
und ick Doades vorscheide, so bevele ick diesulve umb der
Gnuchdoeunghe und Erloesinghe Jesu Christi Unsers
Heren und Heilandes willen, wie ick udtt Genadenn
dess hilligen Geistes vestiglich gelöeve, und my ehme
[f. 80] vortrowen Gade dem Vader und Schepper Hemmels und der Erden
mit allen Christgelövighen in Ewighe Rowe [Ruhe] und Frowde [Freude]
tho
setten und minen doden Lichnam, nha christlicher Ordnunghe
andren mines Standes gelick tho Erden tho bestedigen. Darnegest so
nöme
instituere vorordne unnd sette ick in bester bestendigster
Form rhechtens als solcks am krefftigsten
geschen schal, kan oder magh, tho minen waren rechten
ungetwiffelden Ehrven, alle mine nhagelatenen
Guthernn, bewechlich und unbeweglich, nichtes darvan
allens nhabeschrevene Legata, udtbescheiden mine leve
ehliche Sohne, und Dochter, mit Nhamen Hermann,
Engelbertt und Fennen, und dersullvigen ehlichen
Kindern und rechte Ehrven, samptt und sonderlick
dergestalt und alß, datt sie solckenn minen
Nalhatt [Nachlaß], wen ein jeder datt jennighe was hei endt-
fhangen, wie dan darvan in minem Rekensboeck
guide gewisse Nharechnunghe tho fhinden, wedderumb
ingebracht in drie gelieke Dele undereinander freundtlich
und bröederlick van eine leggen [auseinanderlegen] und dalen [begrenzen],
darvan
nagesettede Legata reichen und vorrichten; oick alle mine
Schulden so bewislick sien moegen (derer ick ehne doch keine
sonderlicke oder vole nhatholaten vorhafe [verhoffe]) betalen scholen.
Wo ick sie dan oick samptt und sonderlick hiermhede
thom högestenn vormhanet hebben will, sick in der Dei-
lunghe jegen eynander freundtlich und brüderlich
dermhaten [dermaßen] tho vorholden, datt idt ehnen gegen idermen-
niglich moghe unvorwittlich [untadelig] seyn und wie sie sich bett-
herto gegen my gehorsamlick vorholden hebben, doch
geve und vormake ich vor der Deilunghe vrey und
vorudt thoendtfhangende meinen Shonen Hermann
min beste Pardtt, minen gulden Pietzner Rinck [Siegelring]
und meinen [X3] Breckerfhelder mit der sülvern Scheiden,
und Engelberto alle meine Kleidere mein Harnasch
[f. 80 Rückseite] und watt darbey hörett. Deme nha so geve
und vormake
ick miner lieven Husfrauen, Annen Buckes fufftigh
Daler und alle datt linnen Doeck datt nicht geschneden offt
geneyett [genäht] is, veer Koy derer sie under minen Koyen den
Kour [die Wahl]
hebben magh, und alle die Immen die na minem Dode
by my vorhanden sein mogen, veer Siden Speckes [Speckseiten], den
halven Deil des Fhleisches datt in der Koeken wirdt vor-
handen sein, 2 Schwine eyn Kalff, veer Tunnen Roggenn
und veer Tunnen Moltes [Malz], darto schal men ehr freundtlich
fholgen laten, eher Rhente so sie an my gebrachtt, alss
hundertt Daler an die Kercke belechtt, vifftigh Daler an
den Teheler [Ziegler], veertigh Daler an Lubben Harken, 20 Daler
an Bullenhagen, twe Bedde mit der Thobehöer, und den
Ketel, Potte, Kussen, Laken Doken [Tücher], und ehr Huiss und
Landt samptt allen deme, was ehr in der twisschen ehr und
my upgerichteder Heiradtsvorschrifftunghe, oder Ehstifftungh
vormakett is, dan ick dieselve nicht alleine bey dussen
Punct, sonder oek sunsten an allen andren ehre Arti-
culen, und Clausuln, und sonderlich datt bavengemelte [obenangegebene]
myne drie Kinder und Ehrve, alle ehres Guidhes so sie [seine zweite
Ehefrau Anna Buckes] na
ehrem Dode nhalaten werdtt, Erffen sin schölen, will
krafftigh und bestendigh beholden, und hirmede vorerett
erweddert, ratificieret und bestedigtt hebben. Den armen
bedurfftigen Christen tho Goedens geve und leger
ick 4 Ellen schwartes Wandes, die Elle nicht geringer
alss 10 Schaep eyne Siden Speckes [eine Seite Speck] und ein halve
Tunne
Roggen, welckes ehnen van gemelten minen Kindern und
ingesetteden Ehrven, alssbalde nha minem Affsterven
schall endtrichtett und udttgedeilett werden. So geve und
vormake ick oick gedachten myner dryer Kinder dren
Dochtern alle Ilsche geheten, diewile diesulvigen miner
seligen Haussfrauwen [der ersten Ehefrau Elske/Elisabeth Oedefeld]
Nhamen hebben eyner idern 10 Daler
miner, und ehrer seligen Grotemoder darby in besten tho gedencken.
[f. 81] Alss dan oick min s.[eliger] Sohn Johan sinen thogesachten
und ge-
börenden Andeil sines Patrimonij [väterlichen Erbteils] bey
seinem Levende Deger [? bei seinen Lebtagen?]
und all endtfhangen, und ick baven datt [darüberhinaus] siener
nhagelaten
Wedwen Alheit Hinrichsen tho Amsterdam, nha sienem Dode
udtt freyen vaderliken Willen, und milden Gemoete vifftigh
Gulden gegeven, die sie oick bahr aver endtfhangen, und sie
alß ahne dar [obwohl sie ohnehin] tho minenn Guidhern mit dem
geringsten niht
befügett [befugt], noch enighe Ansprake hebben [noch die geringsten
Ansprüche erheben] kan, so geve ick
ehr dennoch tho eyner Gedechtnuss der vörigen Loffte [Liebe] mit
minem Sohn seligen eynen Goldtgulden, und eynen Daler,
und nhademe ick noch 2 unehliche Kinder im Lande hebbe
mit Nhamen Hinrich und Rachell, und diesulvighe nicht
alleine tho ehren Jharenn wol ertagen [gut erzogen] und berhaden [beraten],
sondre
oick baven [über] stattlicke Bruttschatte [Brautschatz, Aussteuer]
ehnen mher gegeven
alss ehnen sunst rechtes wegen [von rechtswegen] gebören wollen,
so geve
ick darendtbaven [außerdem] noch eynem jdren derselven eynen
Goldtgulden und eynen Daler, und will sie darmede van minen
Gudhern gantz und gahr affgesundertt, und gedeilet hebbenn,
alß datt sie oder ehre Ehrven kunfftiglick tho keinen
Siden etwass mher darvon tho endtfhangen sollen ge-
wertigh seyn. Voeder [weiterhin] so vorordne ick hirmit, wil ock und
meine gantzlick dar gedachte miner Dochter Fennen Mhan
Fredrich Lubben jegen siene d[rei] Steeffkinder mit Nhamen
Ilschen Johan und Barbaran von s.[eligem] Kornelius Diricks und
miner Dochter geborenn, nicht vederlick und gebörlich
vorholdenn, sonder ehnen unfreundtlich und unbillich beie
genen [begegnen] worde, welchergestaltt sick datt oick begeven möchte,
so schölen sie und Fenne mien Dochter, samptt ehrn Kindern
von ehnenbeiden gebaren ann minen sowol oick miner
Huisfrawen Annen Bucks Gudern gantz und gaer
keinen Deill hebben, sonden darvan gantzlich excludert [ausgeschlossen]
und endtervett [enterbt], und ehr Quota oder drudde Deill alleine
up gemelte drie van Fennen und ehre s. Mhanne Cornelius
[f. 81 Rückseite]geborne Kinder gefhellen und geervet sien, wie
ick dan up
solcken unvermudtliken Fhal, bester bestendigster Form
rechtens gedachte mine Dochter und ehren Mahnn Fridrich
samptt ehren Kindern van Ehnen beyden geboren, extrudere [? ausstoße]
und endterve und boven genompte drie van Fennen und
Cornelius geborene Kinere tho erven insette vorordene
und venöme. - Durch alles wo vorgeschreven
is und schal sin und bliven min Testament und Ordnungh
lestes Willens, und dar mit ditsulve alles alß, wie ick
idt geordnett, desto fhlitiger moge udtgerichtett und
vestihlick geholden werdenn so sette und vorordene
ick tho samptt und sonderlicken Executoirs und Testamen-
tarium, dicit [besagt] min Geschefft und lesten Willen gantz-
lich und ghar thovorrichten, die achtbair und ersame
Peter Schemerinck und Lenhardt Corneließen, duth
min Geschefft und lesten Willen gantzlick und gahr tho
vorrichtenn, doch dar inne oder bey, ohne miner bieder Sohne
Hermans und Engelbertz Schadtt und mede Weten [wissentlich] nichtes
tho handelen oder tho vorrichten, und geve ehnen dessen alles
bester und bestendigster Form rechtens, wo datt sien
kan, schal, oder mocht, volnkomens Macht und Gewalt,
schicke und scheffe hirup oick eynen jdern dersulvigen
eynen Goldtgulden aver diessen meinen lesten Willen
desto starklicker tho holden, und so vele bether [bisher] Fhlytt [Fleiß]
tho
doende, oick miner darby im besten tho gedencken.
Und will und meine hierup oick gantzlicken datt sick
diessen meinen lesten Willen niemandes in eynigem
Puncto [in keinem einzigen Punkt], wedder mit noch ohne Rechtt weddersette,
oder
sick darjegen eyniger Gestaltt uplene, sondrn dar idtt
geschege und sick jemands darjegen inlathen, oder uplhe-
nen worde, schall idt weder Krafft Werkunghe noch
Vorttganck hebben und die Anricheit [? Anrichter = Anstifter?] diesulven
alss
die Ungehorsamen und Wedderspenstigen mines lesten
[f. 82] Willen, wie Recht is, straffen und in die Kosten und Schaden
vorurdeilen. Dar sick oick jemandes van baven geschreven
minen ingesetteden Erven oder Legatarijs [Legat-Empfängern] solcks
understhan
und an dieser Vorordnunghe nicht sedigen und benögen laten
worde schal sick diesulve siene Erffschup oder vorma-
keden Legatione alle Middel darmit vorlustich gema-
kett, und mine Testamentaien macht hebben solcke
vorwerkede [verwirkte] Erffschup oder Legata, minen ing[e]setteden
[eingesetzten] und
gehorsamen Erven tho averreicken und thothostellen.
Und will oick also hiermede alle meine andere
vorgande Gescheffte wedderroepen, affgedaen, und my
genhamen, und unkrefftigh gemakett hebbenn. Und
beholde my bevor dütt min Geschefft und lesten Willen
tho gelick tho wedderropen, tho ändern, tho mindern und
tho vormheren alß offt idt my gelevet [beliebt] und gefhellich
ist. Allent getreulich, und ohne Gefherde, na Vorlesunghe
itz angetagener [angezogener] und invorlin [einverleibter?] Underschrifft,
sede die g.[enannte]
Testator wieder wie itzundt vorlesen gehörett, und
die gelesene Schrifft in sick holde und udtwiesede [auswies] alß
wolde hie sien Testament und Ordnunghe lestes Willens
geordnet und gemakett hebben, oick dattsulve mit aigner
Handt underschriven, darto mit sienem Putzier [Petschaft] vorsegelen
welcks hie oick alßbalde dede und batt tho mherer
Orkunde und Tüchenisse die erbare, wiese, ersame
und vorsichtighe Hern Herman Schomaker Gerdtt
Kock und Berent Kolsenborch Rhaettmanne, Gerdtt
Davemhan Gerdt Wedwer, Hinrich Schulten und
Dirck Sanders Borger tho Bremen alss hirtho
gefhorterde soven gegenwartighe Getuigen dusses
sienes lesten Willens Tuigen tho sien dattsulve tho
underschriven und mit ehren Pitzern thoversegelen.
Ock my Notarium ehme aver sulckes alles und
jedes eines oder mehr aynem Instrument sovele
ehme tho volstreckunghe solcks sienes Testaments
[f. 82 Rückseite] und lesten Willens nöeth sine wurde, tho
maken,
upthorichten und tho geven, welcks dan oick so woll
van gemelten Tugen alss my Notario bewilliget
geschen und indt Werck gerichtett. Ditt is ge-
schen tho Bremen in mines Notarij Wahnhuse
am Domußhave gelegen. Am Jhaer Indiction
Taghe, Monatt Stunde und weisenliker Regerunge
wie baven, und dar weren an und aver Hinrich
Palmahn und Johan Krulle Borger tho Bremen
alss Instrumentzgetuigen hir tho sonderlich ge-
eschett und gebeden.
Und diewiele ick Lüderus
Hipstede apenbarer von pavstlicker Macht
Notarius bey vorg.[enannten] erschenendes Testatoris an
zeigen, Vorlesunghe der hirbaven invorliebeden [einverleibten]
Schrifft gemaltz Testamentes und lesten Willens
Biddinghe des Testamentz Getuigen Underschrivunge
und vorseglunghe ock van und tho allen Deilen
geschene Bewilligunghe Erbieden und Thosage
oick sunst allen und jeden anden,
bavengeschrevenen Dinghen sampt den baven
genannten soven Testaments und twen Instru-
mentzgetügen sulvest persönlich gewesen
solckes alles alß gesehen, und gehorett so heb ick
hiermit dit apen Instrument gemakett und
upgerichtet durch eynen andern latzen schriven
doch mit eigner Handt undergeschreven und mit
minem gewöntlicken Notariatteken [Notariatszeichen], Nhamen
und Thonhamen vorteknet und befhestett, tho geloven
und Tuichnisse aller und jeder bavengeschrevenen Dinghe
hir sonderlich thogeheischett requirett und erfhordertt
Ich Hindrich Krechtingk
Herman Schomaker
attestor manu propria ut [bezeuge mit eigener Hand als]
Johans Sohn
Testimonium veritatis [Zeugnis der Wahrheit]
Berent Colsenborgh
Gerdtt Kock
mit egener Handt
mit egener Handt
[f. 83]
Gerdtt Daveman
Gerdtt Wedwer
mit egener Handtt
mit egener Handt
Hindrich Schulte mit
Dirck Sanders
egener Handt
mit egener Handt
Protocollatum ex suo originali [nach seiner Urschrift festgehalten]
a me Eilardo Folkers 20 Septr Ao 1580 [von mir, Eilhard Folkers, 20.
Sept. 1580]
[X1] Maximilian II. (1564-1576).
[X2] Friedrich III. (1440-1493) war der letzte Kaiser,
der sich vom Papst hatte krönen lassen. Seitdem beruhte die Legitimität
der römisch-deutschen Herrscher nicht mehr auf der Krönung durch
den Papst (sie fand nun in Frankfurt a. M. durch den Erzbischof von Mainz
statt), sondern auf der Wahl, weshalb sie sich "erwählte" Kaiser nannten.
[X3] Schwert oder Dolch aus Breckerfeld in der Grafschaft
Mark.
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