Heinrich Krechting, Kanzler der münsterschen Wiedertäufer

(* 1501 in Schöppingen, + 28.6.1580 in Dykhausen, Herrlichkeit Gödens)
Sohn von Engelbert Krechting und der Grete [Raesfeld?]
 
Grabplatte des Heinrich Krechting in der Kirche zu Dykausen.
(Im Jahre 1949 von Gerhard de Buhr wiederentdeckt).

"Anno 1580 den 28 Juni is de erbare und fele ersame Hinrik Krechting von duser Werlt salich versceden sines Olders in den 80 Jar und heft deser Kerken unde Armen to Dikhusen 35 Jar als ein Bowmester [64] trwlich vorgestan. Anno 1553 den 20 April is de dogentsame Elsken Wantmans Hinrik Krechtings elige Husfrowe in Got entslapen. Hinrich Evers Herren [65] Anno       den       is de dogensame Anne Buckes Hinrik Krechtings elige Husfrowe in Godt entslapen"

Die Grabplatte wurde nach der Wiederentdeckung innerhalb der Kirche an Wand hinter dem Taufstein aufgestellt. 

Die drei Siegel in der Mitte zeigen links das Siegel von Elske Oedefeld (Wandmann) (Lilie und zwei Rosen), in der Mitte Heinrich Krechtings Siegel (drei Ilex-Blätter), und rechts das Siegel von Heinrichs zweiter Frau Anna Buck (der steigender Bock)

Heinrich Krechting wurde 1501 in Schöppingen geboren. Er war das 9. von 10 Kindern des Engelbert Krechting aus Schöppingen. In seiner Jugendzeit besuchte die Lateinschule und absolvierte eine juristische Ausbildung." [32] Es ist anzunehmen, daß Hinrich Krechting und seine Brüder in Horstmar zur Schule gegangen sind. "Dort ... [ist] von vielen Jahren hero jeder Zeit eine gute Schule gehalten worden, worin die Jugend sowol die fundamenta tam Graecae quam Latinae linguae [die Grundlagen der griechischen und der lateinischen Sprache] dermaßen gefasset, daß sie leichtlich ad alteriora [zu Höherem] vorschreiten konnte..." [33]
1531 war er einer der jährlich wechselnden Bürgermeister von Schöppingen, [34] zusammen mit Evert Koning. [35]
Ein Sitten- und Stimmungsbild ist uns von der Nachbarstadt Horstmar überliefert; in Schöppingen wird es nicht viel anders zugegangen sein, bis auch hier die Reformation mit ihrer so viel ernsteren Lebensaufassung viele alte Bräuche und Traditionen zerstörte oder einschränkte: die Horstmarer"Burgmänner" pflegten, wenn sie alljährlich van wegen des gendigen leven Heren unde der Stadt Horstmar dem Orte neue Bürgermeister gekoren hatten, "na older Gewonte den Bürgern eine Tonne Bier zum Besten zu geben, welche am Aschermittwoch vertrunken wurde. Die voraufgehende Fastnachtsfeier gestaltete sich unter allerlei Mummenschanz zu einem mitunter recht tollen Treiben, das bis in die neuere Zeit hineinragte. Auf Pferden durch das Schloßthor galoppierend wurchte die reifere Jugend eine als Preis unter der Wölbung aufgehängte Gans zu erhaschen; draußen vor dem Thore wurden dramatische Scenen aufgeführt, wobei ein gedungener Stroh- (d.h. in Stroh gehüllter) Mann den Sündenbock des allgemeinen Muthwillens und schließlich zum Feuertode geführter Missethäter spielte; die Masken sammelten dann beim Umzuge Würste, welche von der Gesammtheit Abends bei einem großen Schmause und Gelage verzehrt wurden. Am 1. Mai beging die Jugend das altgermanische Frühlingsfest mit Ringeltanz um die aufgepflanzte buntgeschmückte Maibuche; die Gemeinde steuerte zu dem Feste bei..." In der Stadtrechnung von 1623 hieß es: "Dem Scholemeister na olden Gebruk up Mey 1 Thlr; up Meydag den Bürgerkindern vor die Meyboike vorehrt 1 Thlr." [36]  "Draußen auf dem grünen Anger drehten sich indeß die jungen Burschen und Mädchen zum Takte der Musik; von den weiten Aesten einer alten Eiche, welche den Anger beschattete, erschollen die muntern Tanzweisen der Stadtmusikanten unter Führung des fiedelnden und stets für allerlei Spaß sorgenden Küsters.
Der Sommer brachte das große Schützenfest, welches unter Theilnahme der sogen. Liebfrauengilde (oder Lichtmeßbrüder) und der Katharinenbruderschaft, zweier ursprünglich kirchlicher Genossenschaften von Städtern und Bauern feierlich begangen wurde. Festlicher Einzug der Schützen, das mit buntflitternder Ehrenkrone und aus alten Schaustücken bestehender Silberkette geschmückte Königspaar an der Spitze, und abends Tanz und Zech auf dem Rathause schloß die Feier. Die Gemeindekasse steuerte auch zu diesem Feste bei..."  [37]

Am 8.1.1532 wurde Hinrich Krechting vom Fürstbischof von Münster, Friedrich v. Wied, in das mit hohen Einkünften verbundene Amt des Gografen [vorsitzenden Richters] zum Sandwelle [Gerichtsplatz bei Metelen] eingesetzt. Die Gografschaft umfaßte 15, später, als 2 an Steinfurt verpfändet waren, 13 Kirchspiele, war höchste Instanz für die anderen Gogerichte. Es "tagte in der Haide links am Wege von Meteln nach Steinfurt unter freiem Himmel am Bache, die Sandwelle genannt, welcher der sogen. Sandstiege quer vorbeifließt und das Leerfeld oder die Leerhaar von dem Paddenfelde scheidet [38] ; die Beamten des Gerichts aber wohnten in Horstmar. Später wurde das Gericht in Schöppingen abgehalten (so noch 1531), aus dessen Einwohnern auch die Kornoten (Beisitzer) bestellt waren; zuletzt wurde es selbst nach Horstmar verlegt..." [39]
Als sein Schreiber oder Sekretär ist mit Sicherheit [40]  der Neffe Wolter Schemering anzunehmen. Der dritte Bischof, dem Krechting diente, Graf Franz v. Waldeck, neigte zwar selbst zur Reformation, wollte aber keine Widersetzlichkeit gegen die staatliche Autorität dulden und gab ihm den Befehl, seinen Amtsvorgänger Arnd Belhot, jetzt Stadtrichter von Münster, zu verhaften, da er gegen den Befehl des Bischofs den späteren führenden Wiedertäufer Bernd Rothmann als Prediger in der Lambertikirche eingesetzt hatte. Krechting führte seinen Auftrag aus, doch kam Belholt auf Fürsprache des Syndikus von Münster, Dr. Johann von der Wieck, wieder frei. Der Bischof ließ bald darauf den Dr. Wieck verhaften und gab Januar 1534 Krechting den Befehl, Wieck den Ketzerprozeß zu machen, d.h. ihn auf den Scheiterhaufen zu bringen, und darüber hinaus alle Lutheraner zu fangen. Krechting, wie viele gegen die Unterdrückung der Kritiker kirchlicher Mißstände aufgebracht und inzwischen auch unter den Einfluß von Täufern gekommen, ritt zum Bischof, verweigerte die Ausführung des Befehls und sagte dem Bischof den Dienst auf. [41]
Nun mußte er mit seiner Familie Verfolgung befürchten, und es blieb nur eine Zuflucht: die Stadt Münster, in der die führenden Kreise vielfach evangelisch gesinnt waren, ja die radikalen Wiedertäufer bereits die Macht übernommen hatten. Auch wer diese Gesinnungen nicht teilte, war doch oft bereit, die Freiheit der Stadt gegen den Bischof zu verteidigen. Der Rest flüchtete oder wurde später vertrieben. Hinrichs Bruder Bernd Krechting war als Priester zu den Wiedertäufern übergetreten und bereits mit seinen Anhängern in der Stadt. "Am 14. Februar 1534 finden wir Hinrich Krechting, mit seiner Familie, bei der sich auch seine alte Mutter befand, auf dem Wege nach Münster. Er führte einige vollbeladene Wagen mit sich. Eine große Anzahl von Bürgern seiner Heimatstadt Schöppingen schloß sich ihm an. Unter ihnen befanden sich mehrere Verwandte, so sein Bruder Johann Krechting und sein Neffe und bisheriger Sekretär, der Sohn seiner Schwester Kunna Schemmering, geb. Krechting. [42]  ...Gegen Abend langte Krechting ... glücklich in die Stadt." [43]
"In Münster quartierte er sich im Hause des Dr. Wesseling ein, nahm die besten Zimmer für sich und brauchte alles als Gemeingut." [44]
Wiedertäuferei war reichsrechtlich geächtet, darauf stand die Todesstrafe. Dem Bischof als Reichsfürsten blieb gar nichts anderes übrig, als Truppen um die aufrührerische Stadt Münster zusammenzuziehen, und begann eine Belagerung, die fast 1 1/2 Jahre dauern sollte. "Hinrich Krechting versah als einziger studierter Jurist das Amt eines Sekretärs, führte den Schriftverkehr und das Protokoll bei gemeinsamen Sitzungen und trat obendrein als Ankläger bei Strafverfahren auf" [45] , er "verlas bei Gerichtsverhandlungen auf dem Domplatz die Anklage. Der Geleitbrief der Ältesten für Johann Swerthe vom 14.8.1534 ist von ihm eigenhändig geschrieben und mit seinem Siegel beglaubigt. Bernd und Heinrich Krechting unterstützten Jan Bockelson, als er sich zum König "aver Nige Israel und aver die gantze Werlt" aufschwang. Dafür ernannte ihn der König zu seinem Kanzler, in der Schlußphase sogar zu seinem Stellvertreter (Lutenant, Stathalder, Befelshaver). Er setzte strenge Disziplin auch mit dem Schwerte in der Hand durch, wie ein Zeitgenosse berichtet:"So dan ein verordelt wordt to dem Dode, hefft he [der König] einen van den Deineren [Beamten] als gemeintliken Bernt Knipperdollinck, Herman (so statt Hinrich) Krechtinck, vortides Gogreve to Schopingen ... edder [oder] einen andern geeschet [vorgeladen] unde dat Swerdt gedain [gegeben], dat de Vader [Gott] em bevollen, dat he dat Swerdt der Rechtverdicheit [Gerechtigkeit] solde nemen unde darmede den Schuldigen straffen" . [46]
Die führenden Täufer in Münster gehörten nach den Forschungen Kirchhoffs vornehmlich zu den mittleren und oberen Vermögensklassen, und Hinrich Krechting ist bei 21 Vermögensklassen in die 18. Klasse, zu der die Täufer mit durchschnittlich 1220 Gulden gehören, einzureihen. [47]  Zeitgenossen hoben Krechtings Beredsamkeit hervor, sie sei der des Prädikanten Stutenbernt [48]  gleichgekommen:"... So kont ock reden des Konnings Kensseler, Henrich Krechtigen, der Boesewicht, gleich als derselve Stutenbernt..."

Krechtings Neffen Wolter Schemering ernannte der König des "Tausendjährigen Reiches" Jan Bockelson zum "Mundschenk". Hinrich Krechting soll drei Frauen gehabt haben, wie später von zwei 12 und 14 Jahre alten Jungen ausgesagt wurde. [49]  Es kann aber sein, daß diese die Mägde oder Verwandte, die im Hause des Kanzlers lebten, mitgezählt haben.

Nach geschickter und tapferer Verteidigung fiel die Stadt durch Verrat am 25.6.1535 in die Hände der sie seit 16 Monaten blockierenden Landsknechte, die nun endlich drei Tage plündern und morden durften. Hinrich Krechting hatte sich mit einigen hundert Überlebenden, darunter manchen höheren Amtsinhabern [50]  des Tausendjährigen Reiches, auf dem Prinzipalmarkt in einer Wagenburg - Geschützen auf und zwischen Wagen -, die ursprünglich für einen Ausfall geplant war, verschanzt. "Sie wehrten sich mit dem Mute der Verzweiflung und töteten mit schwerem Geschütz noch viele der Gegner ... Man beschloß, den noch Kämpfenden das Leben zu schenken und sagte ihnen freien Abzug zu, wenn sie die Waffen niederlegten. ... Als der bischöfliche Oberbefehlshaber, der Oberst Johann von Raesfeld [51] , unter den Abziehenden seinen alten Bekannten Hinrich Krechting erkannte, gab er ihm, wie die Bremer Aufzeichnungen berichten, umme older Kundschup 10 Goldgulden als Wegzehrung und ließ ihn mit 24 seiner Mitkämpfer von einem Fähnlein Knechte sicher aus der Stadt geleiten. Anscheinend stellte man Krechting sogar einen bischöflichen Passierschein aus." [52]
Krechting ging zunächst nach Lingen und im August 1535 zum Grafen von Oldenburg, während sein Bruder Bernd gefangen und zusammen mit Bockelson und Knipperdolling hingerichtet wurde. Hinrich Krechtings Familie war ebenfalls entkommen, und seine Frau kam zu ihm nach Oldenburg, während die Kinder zunächst bei ihrem Onkel, dem Gografen Hermann Krechting zu Burgsteinfurt unterkamen. "Dieser setzte sich tatkräftig für die Kinder seines Bruders ein. Es gelang ihm zunächst, ausstehende Forderungen für sie einzutreiben. Im Frühjahr 1536 ließ sich der Fürstbischof von Münster sogar herbei, den Kindern Hinrich Krechtings den größten Teil des beim Fall Münsters beschlagnahmten Vermögens ihres Vaters zurückzugeben. Da Franz von Waldeck um diese Zeit einen neuen Aufruhr der Wiedertäufer befürchtete, ließ er ihnen gegenüber äußerste Milde walten. In einer Urkunde vom 7. Mai 1536 [53]  erklärt der Bischof, daß Hinrich Krechting ihm als dem Landesfürsten mit Leib und Gut verfallen sei. Dennoch überläßt er den Kindern aus Gnade und Barmherzigkeit das beschlagnahmte Vermögen ihres Vaters mit Ausnahme des Wohnhauses zu Schöppingen und alles dessen, was der Bischof bisher von dem Gut Krechtings an sich genommen oder verschenkt hat. Auch die arme, elendigen, vorlathen und vorbleven Kynder Johann Krechtinges erhielten einen Teil ihres Gutes zurück." [54]

Hinrich galt eine Zeitlang als Führer der nordwestdeutschen Täuferbewegung. Die Oldenburger Gruppe glaubte nach wie vor an das Tausendjährige Reich, auch in der Form, wie es in Münster in Theorie und Praxis in Erscheinung getreten war. "Die Oldenburger lehnten die Menschwerdung Christi, Kindertaufe, Abendmahl und Heiligenverehrung ab. Die Polygamie sollte wie in Münster gehalten werden, tatsächlich hatten fast alle Prädikanten mehrere Frauen. Statt einer Gütergemeinschaft unterhielten sie gemeinsame Kassen, aus denen ein 'Bursener' die wandernden Prädikanten versorgte." [55]  Münster mußte eben zurückerobert werden, um diese Ziele zu verwirklichen.
"Drei Jahre nach dem Untergang des neuen Zion fand in Greven, drei Wegstunden von Münster, ein Konvent der Wiedertäufer statt, an dem ein Abgesandter Krechtincks teilnahm. Im Mai 1538 folgte die 'Täufersynode' zu Oldenburg, wo die beiden Häupter der Bewegung, der Flame David Joris und Hinrich Krechtinck, ihre voneinander abweichenden Glaubenssätze darlegten, aber zu keiner Einigung kamen, so daß die Bewegung gespalten blieb.
In den Niederlanden führte Johann Batenburg einen Haufen von radikalen Wiedertäufern an, die durch Mord und Brand das neue Reich errichten wollten. Sie zerstörten und plünderten Kirchen und Klöster, aber bereits im Jahre 1537 wurde Batenburg gefangengenommen und auf Befehl der Statthalterin Maria von Burgund hingerichtet, nachdem er bekannt hatte, die Häupter der Wiedertäuferbewegung seien David Joris und Henrich Crechting, canceller van den coninck van Münster.
Als Graf Anton von Oldenburg im Jahre 1538 die Fehde gegen den Fürstbischof von Münster verlor, mußte er der Forderung des Siegers nachgeben, die Wiedertäufer des Landes zu verweisen. Dies geschah im Falle Krechting wohl nur zum Schein, denn er fand nun Underholdt by Grave Christoffer van Oldenborch, dem Bruder des Grafen Anton auf Schloß Rastede...." [56]
Neffe Wolter, der seit 1537 Diener, d.h. Amtsinhaber, und zwar schließlich Sekretär des Häuptlings Haro Boings von Gödens geworden war,  hat ihm wahrscheinlich ein Unterkommen in Gödens verschafft.
"Am 21. Juli 1543 pachtet Hinrich Krechting von der Gödenser Herrschaft auf Lebenszeit einen Hof, den olden Krochwarff [alten Krugwarf], den vor ihm Thomas Immeker in Pacht hatte, so genannt, weil er die Aufsicht über die herrschaftlichen Bienen hatte. Krechting erhält 10 Grasen Landes und 5 Meyermath Wiese. Die jährliche Pacht soll 9 Emder Gulden betragen. Bei Pachtantritt soll eine einmalige Gebühr, Midde genannt, in Höhe von 16 Emder Gulden gezahlt werden. Statt der von den anderen Pächtern zu leistenden 'Hofdienste' soll Krechting dem Hause Gödens, so idt de Noeth forderde, in Kopenschop unnd sus myt gudenn Rade förderlich synn unnd deynen.
Es war in der Gödenser Herrlichkeit nicht üblich, daß Eheleute einen Hof auf Lebenszeit pachteten. In diesem Falle aber machte die Verpächterin, die Witwe des bereits 1539 verstorbenen Häuptlings Haro von Oldersum, Hebrech, tho Inhusenn und Knypenß Dochter, eine Ausnahme uth sunderlingenn Gunsten unnd temelichenn rechtmetigenn Orsakenn. Sollte Hinrich Krechting vor seiner Ehefrau versterben, so kann diese bis zu ihrem Tode Pächterin bleiben.

Zehn Jahre später pachtete Hinrich Krechting zu ähnlichen Bedingungen noch 36 Grasen Land und 9 Meyermath Wiese hinzu. Als Midde zahlte er dafür 40 Daler und eine fette Kuh., 1553 bewirtschaftet Hinrich Krechting die im Kirchspiel belegene Stelle Kat. 74 (49 1/2 Gras) [57]  als Heuermann, 1604 wird sie von seinem Neffen, Johann Krechting, + 1615, bewirtschaftet (es kann sich nicht um Hinrich Krechtings Sohn Johann handeln, der schon vor 1575 zu Amsterdam kinderlos gestorben war).

"Als in der Herrlichkeit Gödens 1544 in Neustadt-Gödens eine Handelssiedlung gegründet wurde, die als Freistatt religiös Verfolgter viele Juden und Täufer anzog, fand hier 1554 auch Arend Krechting, der Sohn des Stallmeisters Johannes von Leiden, Unterschlupf" - was noch zu überprüfen wäre. [58]

Von einer weiteren Betätigung Krechtings als Wiedertäufer erfahren wir nichts. Ihm waren vielmehr in den letzten Jahren Zweifel an der Richtigkeit seiner bisherigen Anschauungen gekommen und - so schreibt sein Sohn - dewile he iferde, in den rechten verstandt der religion tho wesen, undt derwegen mit gelerden lüden converserde, so wordt he mit der tydt uth der bösen secte der wedderdöper erreddet undt bekeret. Zu diesen gelehrten Leuten gehörte vor allem Johannes a Lasco in Emden, seit 1543 Superintendent der ostfriesischen Landeskirche... Unter dem Einfluß a Lascos gab Krechting seine wiedertäuferischen Ideen auf und trat zur reformierten Kirche über. Krechtings Übertritt war offenbar ehrlich gemeint und erfolgte nicht unter einem äußeren Zwang, denn nirgends in Ostfriesland hätte er so unbehelligt auch als Wiedertäufer seines Glaubens leben können wie in der Herrlichkeit Gödens, deren Besitzer wegen ihrer Duldsamkeit bekannt waren... Ein besonders freundschaftliches Verhältnis scheint Krechting mit dem in der Kirchengeschichte bekannten Dr. Albert Hardenberg, den Freund Melanchthons, verbunden zu haben. Hardenberg war auf Vorschlag des Grafen Christoph von Oldenburg 1547 zum Bremer Domprediger ernannt worden, mußte aber später infolge des Abendmahlsstreites Bremen verlassen. Er fand in Rastede Zuflucht, bis er 1565 Pastor in Sengwarden im Jeverland wurde. 1567 kam er nach Emden. Von Rastede oder Sengwarden aus wird Hinrich Krechting mit Hardenberg bekannt geworden sein." [59]
Nach Übertritt zum reformierten Bekenntnis diente Hinrich Krechting seit 1545 und bis zu seinem Tode 35 Jahre lang als Kirchen- und Armenvorsteher der reformierten Gemeinde von Dykhausen [60] , wo er 28.6.1580 starb.

Den armen bedürftigen Christen zu Goedens vermachte er 4 Ellen schwarzes Tuch, die Elle nicht geringer als zu 10 Schap, eine Seite Speck und eine halbe Tonne Roggen, was alles ihnen alsbald nach seinem Ableben ausgefolgert werden sollte. Bezeichnend für sein Verhältnis zur ersten Frau Elske ist, daß drei Enkeltöchter nach ihr benannt wurden (Ilsche ist nur eine andere Form von Elske oder Elisabeth) und daß die drei von ihm, weil sie ihren Namen tragen, zur Erinnerung an ihre Großmutter und an ihn testamentarisch 10 Taler bekamen.

 Ein Siegel Krechtings als Gograf zum Sandwelle aus dem Jahre 1533 ist erhalten; es zeigt einen Zweig der Stechpalme (Ilex) mit drei Blättern und drei Früchten; die Dreizahl ist natürlich Hinweis auf die Dreifaltigkeit. Auch als Sekretär des Wiedertäuferkönigs führte Krechting dieses Siegel auf einem inzwischen verlorenen, aber 1833 abgezeichneten Geleitbrief. [61]
Aus den Zweigen der aus dem Mittelmeerbereich stammenden, aber auch im feuchten Klima Nordwestdeutschlands gedeihenden Stechpalme soll einst Jesu Dornenkrone gewunden worden sein. Ilex-Blätter sind daher ein Symbol für das Leiden Christi. Im Kreis Minden wurden früher zu Ostern Stechpalmen verbrannt zum Zeichen der Freude über das Ende seines Martyriums. Sonst galt der immergrüne Strauch im Volksglauben Niedersachsens und Westfalens auch als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Dieses Wappenzeichen hat Hinrich Krechting, wie gesagt, schon 1533 als Gograf geführt, also nicht erst mit der Parteinahme für die Wiedertäufer, aber doch wohl als Ausdruck einer religiösen Wendung angenommen. Ursprünglicher und deshalb wahrscheinlich älter ist der mit einer Hausmarke belegte Wappenschild von Hinrichs Bruder Bernd; wahrscheinlich handelt es sich dabei um das frühere Zeichen der Familie Krechting.
 

Wappen auf dem Grabstein [62]  in der Kirche von Dykhausen: 3 Ilex-Blätter 2:1 [63] ; Wappen der ersten Frau Elske Oedefeld (Wandmann, + Dykhausen 20.4.1553): geteilt, oben Lilie, unten zwei Rosen; Wappen der zweiten Frau Anne Buckes: steigender Bock).

Auf dem Grabstein liest man:
"Anno 1580 den 28 Iuni is de erbare und fele ersame Hinrik Krechting von duser Werlt salich versceden sines Olders in den 80 Iar und heft de-ser Kerken unde Armen to Dikhusen 35 Iar als ein Bowmester [64]  trwlich vorgestan. Anno 1553 den 20 April is de dogentsame Elsken Wantmans Hinrik Krechtings elige Husfrowe in Got entslapen. Hinrich Evers Herren [65]
Anno     den     is de dogensame Anne Buckes Hinrick Krechtings elige Husfrowe in Godt entslapen"

 Uneheliche Kinder Krechting (Mutter unbekannt, vielleicht hat Krechting im Zuge der Vielweiberei während der Zeit der Belagerung des wieertäuferrischen Münster eine Nebenfrau gehabt), lebten 1575 im Lande, d.h. entweder gelangten sie mit ihrem Vater aus der erstürmten Stadt heraus oder konnten später nachkommen.
1. Hinrich (Krechting d. J.), > IV.h.
2. Rachel, 1575 noch am Leben; diese beiden unehelichen Kinder habe er nicht nur gut erzogen und beraten, sondern ihnen auch über die rechtliche Verpflichtung hinaus eine stattliche Aussteuer gegeben und vermache ihnen testamentarisch außerdem einen Goldgulden und einen Daler, womit sie und ihre Erben aber ganz und gar abgefunden sein sollen.

I.oo [Schöppingen?]1526
Elske Oedefeldt (Wandmann)

*
+ 20.4.1553
T. d. Hermann Oedefeldt, eines wohlhabenden Schöppinger Tuchhändlers, daher auch Hermann Wandtschneider oder Wandmann genannt. Wappen: Weiß durch schwarzen Balken dreigeteilt, oben eine goldene Lilie, unten 2 rote Rosen.
Kinder Krechting aus I. Ehe (Reihenfolge unsicher), bis 1553 geboren:
3. Hermann, auch Harmen, * 13.12.1528, > IV.i.
4. Engelbert, * 1530, > IV.j.
5. Johann war 1575, als der Vater sein Testament machte, bereits tot.. Er hate schon zu Lebzeiten sein ihm zustehendes Erbteil erhalten. Seine Ehe war kinderlos. Er lebte in Amsterdam, denn seiner Witwe Alheit Hinrichsen zu Amsterdam schenkte Hinrich aus freiem väterlichem Willen und mildem Gemüte 50 Gulden in bar, und, obwohl sie sonst an ihn nicht die geringsten Ansprüche erheben könne, so vermache er ihr testamentarisch in Erinnerung an ihre Liebe zu seinem verstorbenen Sohne außerdem einen Goldgulden und einen Taler.
6. Fenne, 1575 noch am Leben. Fenne hatte eine Tochter Ilsche aus I. Ehe mit Kornelius Diricks, dieser + vor 1575. Ilsche erhielt von ihrem Großvater Hinrich Krechting, weil sie den Namen seiner ersten Frau trug, testamentarisch 10 Taler, ehrer seligen Grotemoder darby in besten tho gedencken.
 II.oo Fredrich Lubben, benahm sich gegen seine drei Stiefkinder derart unfreundlich, daß Hinrich Krechting ihn, Fenne und seine aus der Ehe mit ihr geborenen Kinder gänzlich enterbte. Ihr Erbteil soll dagegen ungeschmälert auf ihre Kinder aus I. Ehe mit Kornelius Diricks übergehen: a) Ilsche, b) Johan, c) Barbara.

II.oo nach 20.4.1553
Anne Buck[es]
+ 1597
Aus münsterischer Erbmännerfamilie [66] . "Sie lebte beim Tode ihres Mannes noch und hat wohl die Grabplatte in Auftrag gegeben, wobei sie ihre eigene Grabsteininschrift gleich mit einhauen ließ." [67]
1581 pachtete Anna Krechting, wohl die Witwe Hinrichs, 9 1/2 Gras Kat. 53. [68]
Die Ehe war kinderlos geblieben. Hinrich Krechting vermachte testamentarisch seiner lieven Husfrauen, Annen Buckes 50 Taler und alles ungeschnittene und nicht vernähte Leintuch, sie darf sich vier seiner Kühe auswählen und erhält alle Immen (Bienen), die bei seinem Tode vorhanden sein mögen, vier Speckseiten und die Hälfte des Fleisches, das in der Küche vorhanden sein wird, zwei Schweine, ein Kalb, je vier Tonnen Roggen und Malz. Außerdem steht ihr die Rente zu, die sie in die Ehe gebracht hat, es sind nämlich 100 Taler an die Kirche verliehen, 50 Taler an den Ziegelhersteller, 40 Taler an Lubbe Harken und 20 Taler an Bullenhagen. Des weiteren erhält sie twe Bedde mit der Thobehöer, und den Ketel, Potte, Kussen, Laken Doken [Tücher], und ehr Huiss und Landt samptt allen deme, was ehr in der twisschen ehr und my upgerichteder Heiradtsvorschrifftunghe, oder Ehstifftungh vormakett is...

Hugo Stockter, Wilhelmshaven
Testament von Hinrich Krechting vom 1.7.1575

  Die Kirche in Dykausen in der Herrlichkeit Gödens
 

Anmerkungen:
[32]  Die Wiedertäufer in Münster. Katalog der Eröffnungsausstellung 1982/83, hrsg. vom Stadtmuseum, Münster 1986, S. 198.

[33]  Schreiben eines Dechanten, sämtlicher Kapitulare und Bürgermeister vom 3.3.1617,  zit. nach DARPE, Horstmar, a.a.O. S. 149. .

[34]  Franz DARPE: Geschichte Horstmars, seiner Edelherren und Burgmannen. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens. 40.
Band, Münster 1882, S. 142, Fußn. 3: "Keller nennt ihn mit Kumann (s. Nies. U. S. I. 53) Gografen zu Schöppingen. Ich finde ihn und Evert koning als Bürgermeister daselbst 1531 (Urk. d. Kapl. Münsterm. H.) Gograf zum Sandwelle... war damals Arnd Velholt ... Die beiden Bürgermeister waren Beisitzer des Gogerichts, daher wol die andere Bezeichnung."

[35]  Auch Mitglieder dieser Familie Koning sind nach Gödens geflüchtet; 1604 hat Berendt Koningh der Herrschaft gehörende 8 1/2 Gras Neustädter Lande gepachtet gehabt (PA Wedel-Gödens Best. 2904,1 Grundbuch Gödens 1604, S. 84)

[36]  DARPE, Horstmar, a.a.O. S. 150f und Fußn. 1 S. 151.

[37]  DARPE, Horstmar, a.a.O. S. 151.

[38]  "Tisch und Kreuz, die an den Gerichtstagen hier gebraucht wurden, hatte der Kolon Uesbeck Kirchspiels Meteln in Verwahr, wofür derselbe von Kirchspielsdiensten frei war." (DARPE, Horstmar, a.a.O. S. 139, Fußn. 5).

[39]  Franz DARPE: Geschichte Horstmars, seiner Edelherren und Burgmannen. Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens. 40. Band, Münster 1882, Horstmar, a.a.O. S. 139f.

[40]  de BUHR, a.a.o. S. 31.

[41]  de BUHR, a.a.o. S. 33. Karl-Heinz KIRCHHOFF: Die Täufer im Münsterland. Verbreitung und Verfolgung des Täufertums im Stift Münster 1533-1550., In: Westfälische Zeitschrift, 113. Bd., Münster 1963, S. 17...

[42]  Nach Karl-Heinz KIRCHHOFF: Die Täufer im Münsterland. Verbreitung und Verfolgung des Täufertums im Stift Münster 1533-1550. Westfälische Zeitschrift, 113. Band, Münster 1963, S. 23 gehörten dazu: Krechtings Frau, seine alte Mutter, sein Bruder Johann mit Frau, sein Neffe Wolter Schemering und dessen Bruder (?) Engelbert (Fußn.:Vgl. MGQ 6, S. 509f, 647; MGQ 2, S. 36, 54, 83, 408.  - Zu den Personen vgl. de BUHR, S. 33, 35), Gert Koeninck (vgl. MGQ 2, S. 408) und Lubbert Haverhove (er war Koch im Hofstaat der Täufer, vgl. MGQ 6, S. 648). Der zurückgelassene Besitz Krechtings wurde schon im Februar 1534 beschlagnahmt (Nachweis siehe Fußnote KIRCHHOFF), auch ein Grundstück seines Bruders Hermann bei Epe (Nachweis siehe Fußnote). Krechtings Stammhaus und ein kleineres Haus in Schöppingen wurden 1536 verkauft (Nachweise siehe Fußnote). Den übrigen Besitz erhielten die Kinder unter der Vormundschaft Hermanns zurück (siehe Fußnote). Andere verkaufte Häuser gehörten: Johann Krechting, Peter Schemerinck und Lubbert Haverhove (siehe Fußnote).

[43]  de BUHR, S. 34.

[44]  DARPE, Horstmar, a.a.O. S. 142, Fußnote 5. Darpe hebt zwar hervor, daß Krechting "ein geistig nicht unbegabter Mann" gewesen sei, läßt im übrigen aber eine starke Voreingenommenheit gegen die einzelnen Wiedertäufer und ihre Überzeugungen erkennen.

[45]  Gerd DETHLEFS: Das Wiedertäuferreich in Münster 1534/35. In: Die Wiedertäufer in Münster. Katalog der Eröffnungsausstellung 1982/83, Münster 1986.

[46]  Dietrich LILIE, in: Osnabrücker Geschichtsquellen, Bd. II, S. 235, zit. nach de BUHR, S. 46.

[47]  Die Täufer in Münster 1534/35. Untersuchungen zum Umfang und zur Sozialstruktur der Bewegung. (Geschichtl. Arbeiten zur Westf. Landesforschung. Bd. 12), Münster 1973, S. 71.

[48]  Bernd Rothmann wurde so genannt, weil er zur Verspottung des Abendmahls westfälisches Stutengebäck (das Wort 'Stuten' bedeutet 'Arschbacke, Steiß'!) anstelle der Hostie ausgeteilt hatte.

[49]  de BUHR, a.a.O. S. 35.

[50]  Angeblich auch Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting, die aber gefangen und später hingerichtet wurden. Jan Bockelsohn entkam zunächst, teilte dann aber das Schicksal dieser beiden.

[51]  Vielleicht lag nicht nur Bekanntschaft, sondern auch Verwandtschaft vor, denn möglicherweise war Hinrich Krechtings Mutter eine geborene Raesfeld. Mit der Gewährung freien Abzugs verstießen Raesfeld und die anderen Befehlshaber gegen reichsrechtliche Bestimmungen: "im Konzept des Briefes [vom 26. Juni 1535], in dem der Bischof die Eroberung an König Ferdinand meldete, ist der Satz, daß einige 'mit dem Leben begnadigt wurden', gestrichen, wohl weil eine solche Gnade nicht dem Reichsgesetz entsprach" (Karl-Heinz KIRCHHOFF: Die Belagerung und Eroberung Münsters 1534/35, in: Westf. Zeitschrift 112/1962, S. 143, Fußn. 544. Dort auch die Aktensignatur.

[52]  de BUHR, a.a.O. S. 36.

[53]  Münsterisches Urkundenbuch (Jos. NIESERT), 1. Bd. (1826), S. 231f, Nr. 38.

[54]  de BUHR, a.a.O. S. 36f

[55]  Karl-Heinz KIRCHHOFF: Die Täufer im Münsterland. Verbreitung und Verfolgung des Täufertums im Stift Münster 1533-1550. Westf. Zeitschrift. 113. Band, Münster 1963, S. 45f.

[56]  Hermann HOMANN: Drei Käfige am Turm. Aufstieg und Fall des Wiedertäuferreiches in Münster 1934/35. Münster o.J. (nach 1977), S. 211ff.

[57]  PA Wedel-Gödens 2904, 1.

[58]  Wolfgang SCHÖNINGH: Westfälische Einwanderer in Ostfriesland, in: Westf. Forsch. 20/1967, S. 5-57; S. 17 beruft sich SCHÖNINGH auf Gerhard de BUHR, Heinrich Krechting, in: Ostfries. Familienkunde H. 1, 1960, S. 40ff. Dort ist ein Arend Krechting nicht erwähnt.

[59]  de BUHR, a.a.O. S. 41f..

[60]  de BUHR, a.a.O. S. 30: "Vielleicht stammen von ihnen die Herren von Kräffting ab, die noch im 18. Jahrhundert Besitzer des Landgutes Memto auf Ösel waren [Siebmachers Wappenbuch III. Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, S. 388].

[61]  Abbildungen in: de BUHR, a.a.O. S. 30 (3 Blätter und 2 Früchte), Die Wiedertäufer in Münster. Katalog der Eröffnungsausstellung 1982/83, hrsg. vom Stadtmuseum, Münster 1986, S. 171 und S. 199.(3 Blätter und 3 Früchte)

[62]  Von de BUHR entdeckt, heute im Innern der Dykhauser Kirche an der Wand aufgestellt.

[63]  Johann Kräfting, wahrscheinlich einer von Hinrich Krechtings Nachkommen in der Herrlichkeit Gödens, ließ in der Kirche zu Dykhausen an der vordersten Bankreihe rechts sein Wappen mit der Jahreszahl 1685 anbringen; es zeigt in Silber drei grüne Ilex-Blätter, aber 1:2 über grünem Boden; nach vorn gewendeter gekrönter Bügelhelm mit rot-silberner Helmdecke und einem Ilex-Blatt zwischen zwei weiß über rot und umgekehrt geteilten Hörnern mit Mundstück. - Drei Ilex-Blätter 2:1 führen auch die Familien Ambsing, Amsinck, Amsinck, die sich nur durch die Helmzier unterscheiden (drei Ilex-Blätter 1:2 mit Aststück belegt; ein Ilex-Blatt zwischen zwei wechselfarbig geteilten Flügen; ein Ilex-Blatt zwischen zwei goldenen Flügen).

[64]  Wohl 'Diakon', 'Vorsteher'.

[65]  Offenbar der Steinmetz.

[66]  Karl-Heinz KIRCHHOFF: Eine münsterische Bürgerliste des Jahres 1535. Westfälische Zeitschrift Bd. 111, Münster 1961, S. 78. Die Erbmännerfamilien bildeten die Patrizierschicht Münsters und waren meistens in dessen Umgebung begütert.

[67]  HJW: Einzelne Schöppinger Familien: Krechting, tom Norde, Venölken, von Schelver. Krechting. In: Schöppingen 838-1988, hrg. von der Gemeindeverwaltung Schöppingen. Schöppingen 1988. S. 90.

[68]  PA Wedel-Gödens Best. 2904,1 Grundbuch Gödens 1604, S. 22.