Die norwegische Forschung nach den Krechting-Ahnen
um 1890
Um das Jahr 1890 (vermutlich sogar noch eher) machte sich der norwegische
Chemiker Axel Krefting daran, die Genealogie seiner Familie zu überarbeiten.
Dabei stieß er unweigerlich auf das Staatsarchiv der Stadt Bremen,
von wo aus seine Ahnen den Schritt in ein neues Land wagten. Der rege Briefwechsel
zwischen Ihm und seinem Briefpartner, dem Bremischen Staatsarchivar Wilhelm
von Bippen, gibt einen interessanten Einblick in die Krechtingforschung.
Krefting vom. 16.3.1892:
Was das Waffen [Wappen] betrifft, welches am Schlusse der zweiten Copie
gezeichnet ist, so behauptet mein Vater, dass dies auf einer Missverständisse
von dem alten Copiste beruhen muss; den unsere Familie hat von alten Zeiten,
und noch lange vor ihrer Einwanderung nach Norwegen ein Waffen gebraucht,
welches ein grünes Nessel in blaues Feld vorstellt, wie beigelegte
Abdruck zeigt.
v. Bippen vom 21.3.1892:
Wie der Irrtum in Bezug auf das Wappen entstanden ist, vermag ich nicht
zu sagen. Für nicht ganz unmöglich freilich halte ich es, daß
der Verfasser der Familiennachricht, Hermann Krefting, das Wappen seines
Großvaters Hermann Oedefeld hat beschreiben wollen, da er das Kreftingsche
Wappen doch seinen Kindern als bekannt voraussetzen durfte. Denn daß
die Beschreibung des Wappens: de Lilie gelb usw. von dem Verfasser des
Aufsatzes herrührt und nicht erst aus Mißverständnis in
die Copie hineingekommen ist, halte ich für zweifellos. Ebenso zweifellos
aber ist, daß der Bürgermeister Heinrich Krefting ein Wappen
geführt hat, das im wesentlichen dem von Ihnen mir übersandten
Siegelabdruck gleicht. In einer Acte finde ich einen Originalsiegelabdruck
des Bürgermeisters aus dem Jahre 1604; nicht sonderlich gut erhalten
zeigt er doch deutlich die drei Neßelblätter Ihres Wappens,
aber die Blätter stehen einzeln, und ebenso ist ein Wappen gezeichnet
in dem ältesten Wappenbuche unseres Archivs, während in den jüngeren
Wappenbüchern die Stellung der Nesselblätter genau so ist, wie
auf Ihrem Siegel. Das Siegel von 1604, und übereinstimmend damit unsere
Wappenbücher, zeigt noch eine zweite Abweichung von Ihrem Siegel:
während hier der Helmschmuck durch drei Pfauenfedern zwischen den
Büffelhörnern gebildet wird, findet sich dort ein Nesselblatt
zwischen den Büffelhörnern. Eine dritte Abweichung eindlich ergeben
unsere Wappenbücher: hier ist das Feld golden und nicht blau - auf
dem Siegelabdrucke von 1604 ist das Feld nicht zu erkennen - . Ich halte
die Darstellung unserer Wappenbücher für die richtige. Denn es
widerspricht der ersten Regel der Heraldik, Farbe auf Farbe zu setzen.
Die Heraldik setzt nur Farbe auf Metall und Metall auf Farbe. Vielleicht
liegt ein Irrtum des Stempelschneiders zu Grunde, der die Punktierung des
Feldes, die in der Heraldik bekanntlich gold bedeutet, für horizontale
Linien hielt und so dem goldenen Felde ein blaues substituierte.
Krefting vom. 10.5.1892:
Durch Ihre Nachrichten des Waffens Burgermeister Kreftings veranlaßt,
habe ich die Sache näher untersucht, und dadurch 2 Siegel entdeckt,
welche ziemlich genau mit Ihrer Beschreibung übereinstimmen, weshalb
ich mich erlaube ein Abdruck aller beide mitzusenden. (Der eine ist ein
uraltes
Saphirsignet). - Cassles "Bremensia" hat jedoch Seite 440 eine
grosse Fehler, wo es heisst: Derohalben müssen alle Geschlechter,
welche von der Kreftingeschen Familie, von der Spielseite, herstammen und
noch blühen, Ihre Abkunft von des Bürgermeisters Schwester Ilsabe,
welche an den Ratsherrn Johan Wachmann vermählt gewesen, ableiten,
weil des Bürgermeisters Familie mit seiner Tochter, wie so eben gemeldet,
ganz ausgestorben ist usw. Nach unseren Familiendokumenten hat aber der
Bürgermeister ausser der Schwester Ilsabe noch einen älteren
Bruder gehabt, der Wolter Krefting hiess (geboren 1559 und gestorben 1625
als Stadthauptmann in Bremen, wo er in 32 Jahren fungierte).
Wolter K. hat 3 Kinder gehabt (vielleicht 4):
1) Herman K. (unser Stammvater), der nach Norwegen ca. 1630 kam und
hier ein wohlhabender Eigentumsbesitzer wurde (geb. 25.10.1592, gest.
9.2.1651, hat 1623 Febr. 3 Bürgereid in Bremen geschworen).
2) Heinrich K., geboren 1594, gest. 17.8.1622 mit Imecke Nateler in
20 Tagen verheiratet.
3) Katharina K. geb. 1596 gest. 1625 März 24 verheiratet mit a)
Hendricus Brandes und b) Berent Felthusen.
Wie Sie sehen, waren alle diese Mitglieder der Familie gestorben, wenn
das Leichen-Programmata über Bürgermeister Herman Wachman 1658
verfasst wurde.
v. Bippen vom 14.5.1892:
Für Ihr gefälliges Schreiben vom 10.d.Mts. danke ich bestens.
Die darin enthaltenen Familiennotizen stimmen mit den hier vorhandenen
im wesentlichen überein: insbesondere ist auch der ältere Bruder
des Bürgermeisters, Wolter, der Stammvater Ihres Zweiges, nebst seinen
Kindern in dem hiesigen Geschlechtsregister verzeichnet. Ob Cassel von
ihm gewußt hat, vermag ich natürlich nicht zu sagen, aber Sie
tun ihm unrecht, wenn Sie aus der citierten Stelle herauslesen, er sei
der Meinung gewesen, daß die Kreftingsche Familie mit dem Bürgermeister
im Mannesstamme erloschen sei. Er spricht dort nur von den Geschlechtern,
die in weiblicher Descendenz von den Kreftings herrühren, er meint
die einige Seiten früher genannten Post, Schöne, Holler. Diese,
sagt er stammen nicht von der Tochter, sondern von der Schwester des Bürgermeisters.
Der Ausdruck "Spielseite" ist eine schlechte Übersetzung des platteutschen
"spillside". Spillside = Spindelseite bezeichnet die weibliche Descendenz
im Gegensatz zu der Schwertseite, der männlichen.
Nach dem erwähnten Geschlechtsregister hat der Bürgermeister
nicht nur den älteren Bruder Wolter, sondern auch noch einen jüngeren
Johann gehabt und außer der Schwester Ilsabe noch eine namens Anna,
verheiratet mit Albert von Bummeln. Johann hatte, grade wie der Bürgermeister,
nur eine Tochter, sodaß also von den Brüdern nur Wolter das
Geschlecht in der männlichen Linie fortgesetzt hat.
Wolters Geburt ist hier angegeben: 28.Oktober 1558; seine Frau hieß,
wie Ihnen mutmaßlich bekannt ist, Anna Winckel, Tochter des Ratsherrn
Johann Winckel. In der Tat führt der hiesige Stammbaum außer
den drei von Ihnen genannten Kindern Hermann, Heinrich und Katharina noch
eine Tochter Wilmke (d.H. Wilhelmine) an, die mit Hermann Nolken verheiratet
war. Darüber daß Wolter K. "Stadthauptmann" in Bremen gewesen
sei, finde ich in unseren Akten nichts und vermag mir unter dem Titel auch
nichts vorzustellen. Mir ist dieser Titel oder ein ähnlicher in der
bremischen Geschichte unbekannt. Möglich ist, daß er ein militärisches
Amt im Dienste der Stadt bekleidet hat, Nachrichten darüber sind nicht
vorhanden. -
P.S. 16.Mai:
Nachträglich finde ich in den Stadtrechnungen, daß Wolter
Krefting Capitain in Diensten der Stadt war, also in der Tat den militärischen
Hauptmannsrang bekleidet hat. Die Bezeichnung Stadthauptmann aber ist unzulässig,
da man mit ihm den Begriff eines an der Spitze der städtischen Verwaltung
stehenden Mannes verbinden würde. -
Krefting an v. Bippen vom 26.9.1892:
Ich habe jetzt unsere ganze Familie bis 1620 einregistriert mit Ausnahme
ein "Dietrich Krefting von Bremen" der c.1639 nach Norwegen gekommen ist,
und da eine Parallellinie der Familie gestiftet hat, von welcher noch ein
unverheirateter Descendent lebt. Dietrich Krefting war wahrscheinlich mit
Gjertrud Wähmen (?) verheiratet und hatte ein Sohn Klas Krefting.
Wenn es möglich wäre seine Beziehung zur übrigen Familie
auszufinden, dann wäre das Familjeregister dadurch sehr vollständig
geworden.
Ausserdem lebte in Denmark ein Priester Adrian Willumsen Krefting (das
heißt Sohn von Wilhelm Kreffting) geboren c.1625. Sein Vater Wilhelm
Kreffting war wahrscheinlich aus Bremen.
Aus dem Archiv in Münster habe ich mehrere Nachrichten gegen dem
üblichen Gebühre erhalten. Vielleicht kann sich auch etwas ähnliches
mit dem Bremerarchive arrangieren wenn Sie gütigst nachfragen wollen.
Krefting vom 9.12.1892:
Jetzt habe ich ein Erfahrung gemacht, daß auch die nach Livland
emigrierten Glieder der Familie Nachkommen gehabt haben, welche auf ihrem
Besitz "Mento" auf der Insel Ösel im ca. 150 Jahren gelebt haben.
Sie haben merkwürdigerweise ihr Waffen "verbessert". Die 3 Blätter
haben sie behalten; aber dazu haben sie ein Reiter, 4 Standarten und viele
Farben gefügt. Ich hoffe noch mehreren Nachrichten darüber zu
bekommen.
Peter Krefting vom 16.11.1897:
(Übersetzung) Es gab auch in Schweden einen Zweig der Familie
Krefting, indem ein Klas (Klaus) K. am 28.6.1668 bei der Ritterschaft in
Stockholm immatrikuliert wurde. Dieser Klas K. war in Reval geboren 1624
und kam mit der Königin Kristina von Bremen nach Schweden als "Adelsbursch
og Musketer ved hendes Livgarde". Er war ein Sohn von Dierich K. verheiratet
mit Gertrud Wähmen aus Bremen. Dietrich mag zwischen 1590 - 1600 geboren
sein, also annähernd gleichzeitig mit Harmen Krefftingh (so schrieb
er sich selbst), den ersten norwegischen Krefting.
v. Bippen vom 19.12.1897:
.... daß mir zwei Personen namens Dietrich K. (Vater u. Sohn)
bekannt sind, daß aber mit Hülfe des mir zu Gebote stehenden
Materials nicht möglich ist, ihren Zusammenhang mit der übrigen
Krefftingschen Familie nachzuweisen. Der ältere jener beiden Dietrichs
heiratete im Jahre 1611 Ilsabe Wachmann u. hatte mit ihr drei Söhne:
Dietrich, Heinrich u. Johann. Daß der frühestens 1612 geborene
Dietrich nicht der von Ihnen gesuchte sein kann, ist klar, da dieser nach
Ihren Angaben schon 1624 einen Sohn hatte. Möglich wäre immerhin,
daß der ältere der von mir angefürten Dietrichs der von
Ihnen gesuchte wäre; er könnte in zweiter Ehe Gertrud Waehmann
(möglicherweise ist auch hier Wachmann zu lesen) geheiratet haben.
Für die Einordnung in den Krefftingschen Stammbaum ist aber auch mit
solchen Hypothesen nichts gewonnen. Der Geburtsort seines Sohnes Klas,
Reval, scheint darauf hinzudeuten, daß Dietrich von einem der beiden
Söhne des zu Anfang des 16.Jahrhunderts lebenden Engelbert abstammte,
die nach den Familiennachrichten Hermann Krefftings nach Livland ausgewandert
sind. -
Axel Krefting vom 12.4.1897:
.... Wir haben jetzt Alles gesammelt, was wir dort in betreff unserer
Familie, die sich in die drei skandinawischen Länder niedergelassen
hat, finden; dieselbe aber ist außer in Deutschland auch in Dänemark
und Schweden ausgestorben, so das nur der norwegische Zweig zurück
ist; dieser ist aber sehr groß. ....
- Damit Sie sich orientieren können, erlaube ich mir hierdurch,
Ihnen eine Abschrift der von uns gesammelten Familieregister zugehen zu
lassen. - Blatt I erwähnt den ältesten Teil der Familie von 1256
bis Johan Krefting, wovon der norwegische Zweig direkt abstammt. - Wie
Sie aus dies ersehen wollen, wurde eine Ilsabe Krefting mit Johan Wachmann
1547 verheiratet. Ihre Tochter, Ilsabe Wachmann, wurde mit einem unbekannten
Dietrich Krefting verheiratet.
Sonderbar genug fängt das schwedische Familienregister (II) mit
einem Dietrich Krefting, der laut "Svenska Adelens Ättartafler" aus
Bremen eingewandelt sein solle, un eine "Gertrud Wätsmann" geheiratet,
an. Vielleicht hiess diese Gertrud in der Tat Wachmann. Diese Familie starb
ca 1790 aus. Das Verhältnis mit dem dänischen Zweig der Familie
ist aber noch sonderbarer (Blatt III).
Dieser stammt auch von einem Diedrich Krefting, der laut "Norske Rigsregistranter"
auch aus Bremen sei, ab. Einer der Nachkommen dieses Mannes, Ole Severin
Krefting, kam ca. 1800 nach Norwegen. Seine Tochter war Karen Krefting.
....
v. Bippen vom 21.4.1897:
Im Januar dieses Jahres wandte sich der Ingenieurcapitän Herr
Peter Krefting schon an mich mit der Frage über das Verhältnis
Dietrich Kreftings, des Stifters der schwedischen Linie, zu der übrigen
Familie. Ich habe ihm darauf, unter Bezugnahme auf mein am 29.Nov.1892
an Sie gerichtetes Schreiben, nur antworten können, daß es mir
nicht möglich sei, den Zusammenhang der beiden mir bekannten Personen
namens Dietrich K. mit der übrigen Kreftingschen Familie nachzuweisen.
Ich habe, gestützt auf die Angabe, daß Klas Krefting, Dietrichs
Sohn, in Reval geboren sei, die Vermutung hinzugefügt, daß Diedrich
abstamme von einem der beiden Söhne des zu Anfang des 16. Jahrhunderts
lebenden Engelbert, die nach den Familiennachrichten Hermann Krefftings
nach Livland ausgewandert sind.
Auch eine jetzt, nach Eingang Ihres gef. Schreibens vom 12.d.M.
vorgenommene neue Durchsicht des Materials hat kein anderes Resultat ergeben.
Das einzige Neue, was ich gefunden habe, ist, daß ein Dierich Krechting
(so wird sein Name hier noch geschrieben, wie auch Hermann, als er 1553
Bürger in Bremen wurde, Krechting genannt wird) im Januar 1600 Bremischer
Bürger wurde. Er ist dabei nicht als civis filius bezeichnet, wie
immer geschieht, wenn schon der Vater das Bürgerrecht besaß,
ist also wahrscheinlich eingewandert. Ob dieser Dirich identisch ist mit
dem, der 1611 Ilsabe Wachmann heiratete, ergibt sich nicht.
Ich kann nur sagen, daß es in höchstem Grade wahrscheinlich
ist, daß der Dietrich von 1611 mit der übrigen Kreftingschen
Familie in nahen verwandschaftlichen Beziehungen stand. Schon der Umstand
daß die Mutter seiner Frau ebenfalls eine geborene Krefting war,
spricht dafür. Es bliebe noch zu untersuchen, ob der schwedische und
der dänische Zweig Ihrer Familie das gleiche Wappen führen oder
ehemals geführt haben, wie Sie. Natürlich aber kann diese Untersuchung
nicht hier geschehen.
Am 11.Sept.1897 übersendet v. Bippen, nach schriftlicher Vereinbarung
mit Axel Krefting, diesem folgende Erklärung:
Ich, der unterzeichnete Bremische Staatsarchivar, erkäre auf Wunsch
des Ingenieurs Axel Krefting in Kristiania hiermit,
1. daß die im 16. Und 17. Jahrhundert in Bremen vorkommende Familie
Krefting nach einem völlig glaubwürdigen, im hiesigen Archiv
vorhandenen Dokumente von der aus dem Rheinlande stammenden, durch die
wiedertäuferischen Unruhen in Münster historisch bekannt gewordenen
Familie Krechting in direkter Folge abstammt,
2. daß es, soweit bekannt, in Bremen eine andere Familie des
Namens Krefting niemals gegeben hat, auch heute nicht gibt,
3. daß die Abstammung der heute in Norwegen blühenden Familie
Krefting von der Bremischen Familie desselben Namens nach den von Herrn
Axel Krefting und Herrn Major Krefting angestellten Forschungen, deren
Resultate mir vorliegen, für völlig zweifellos gelten muß,
4. endlich, daß der von Herrn Major Krefting ausgearbeitete mir
in Abschrift für das hiesige Staatsarchiv mitgeteilte Stammbaum der
Familie Krefting, soweit er die deutschen Mitglieder der Familie betrifft,
auf handschriftlichen und gedruckten Quellen beruht, die mir als zuverlässig
bekannt sind, und daß er in allen Teilen den Eindruck macht, eine
mit großer Sorgfalt und mit Kritik ausgeführte Arbeit zu sein.-
Ingeniörmajor Peter Krefting vom 23.3.1898:
Aus der Familienbibel gibt er folgenden Auszug, "soweit er die Kreftings
in Bremen" betrifft:
Anno 1592 den 25.Septembris des Morgens umb 7 Schläge bin ich
Harmen Krefftingh geboren und sein meine Gefattern gewesen Christianus
Winchell mein Großvatter Harmen Krefftingh und des Borgermeisters
Hindrich Krefftinghes Fruw und mein Here Cordt Limbrecht. - Anno 1617 den
7.Januari habe ich zu der Ehe genommen meine Frau Alheitt Schnedermanns.
[Sie] hat zuvorn 2 Manner gehabt als Johan Brökingh gehat 2 Jahr,
der andere Cortt Limbricht gehatt 31 Wochen. - Anno 1585 den 2 Aprilis
ist mein Hausfrau Alheitt Snermans geboren. - Anno 1618 den 13. Februkari
des Morgens umb 5 Schläge ist mein Sone Johan Krefftingh gebohren
und sein seinen Gevattern gewesen: Johan Ducker, Luder van Horne, Berendt
Felthusen und Her Johan Wachmanns Wedewe Ilske Krefftingh. -
Anno 1622 den 17. Augusti zwischen 1 und 2 Uhr Nachmittach ist
mein Bruder Hindrich Krefftingh zu den Hern entschlofen seins Alters gewesen
28 Jahr, hatt zu der Ehe gehabt Junneke Natelers selige Heltz wider nachgelaßene
Wittebenn und nicht lange mit einander im Ehestande gelebett als 20 Tage
her nachher gestorben. - Anno 1623 den 3. Februari bei Doctor Arnolts v.
Bobern Comesarie habe ich Harmen Krefftingh meinen Bürgereid geleistet
und meins Vatters Eitt bekrefftigt. - Anno 1625 den 2 Aprillis ist im Herrn
entschlafen Wolter Krefftingh mein Vatter 66 Jahr seines Alters und 32
Jahr Capitain der Stadt Bremen gewesen. - Anno 1643 de 14 Juni ist mein
selige Hausfraw Alheit Snedermans im Hern entschlaffen mit Ihr gelebet
im Ehestand 26 Jahr 6 Monatt und ist in Norwegen in Schien Lehn auff "Sanchedall
Kirch begraben wurden."
Gleichzeitig sandte er eine Zeichnung des Wappens für den schwedischen
Zweig der Familie, das sich im "Ridderhus" in Stockholm sich befindet.
Darüber folgender Aktenvermerk von v. Bippen:
Die mit diesem Schreiben übersandte Abbildung des Wappens des
in den Adelsstand erhobenen schwedischen Zweiges des Familie zeigt ein
geteiltes Feld, in dessen unteren Hälfte drei nebeneinander stehende
Nesselblätter auf Gold (das alte Kreftingsche Wappen in leichter Umgestaltung),
in der oberen Hälfte ein Ritter mit der Fahne in der Rechten auf silbernem
Pferde in Rot. Den Helmschmuck bilden zwei goldene Büffelhörner,
zwischen denen ein gewappneter Arm, der eine Streitaxt, schräg von
rechts nach links liegend, in der Hand hält, neben dem Arme wachsen
aus dem Helm noch 2 Fähnchen hervor, von denen die schräg nach
rechts hinter dem Büffelhorn hervorragende schwarz, die schräg
nach links ebenso gestellte grün ist.
Unterzeichnet ist die Wappenabbildung:
von Kraefting (in gotischen Buchstaben)
Urg. add. Nat. dipl. 20.3.1668.
Die Abbildung wurde dem Absender wieder zurückgeschickt.
Ein Dr. Krefting, Helgoland, fragt 8.1.1903 an, woher der Bürgermeister
Krefting stammte und ob noch Nachkommen vorhanden und welche.
v. Bippen antwortet ihm sehr kurz, daß in Deutschland die Familie
ausgestorben, dagegen aber in Norwegen noch existiert.
Es wäre interessant gewesen, wer dieser Dr. Krefting auf
Helgoland gewesen zu wissen. Anscheinend interessierte dies aber v. Bippen
nicht. Nähere Adresse un Vornamen des Anfragenden sind nicht bekannt
Axel Krefting vom 5.10.1910:
Das Manuscript meines Buches "Die Familie Krefting" nähert sich
jetzt die Beendigung und ich hege deshalb die Hoffnung, dass am wenigstens
den deutschen Abschnitt schon in gegenwärtigen Jahre gedruckt werden
soll. Das Buch soll auch mit Illustrationen ausgestattet werden, und ich
habe schon ausser der Burgermeister Heinrich K. und der Wiedertäufer
Bernhard K. auch der Pastor Bernhard K. (1622-1700) in Lübeck. ---
Wir kennen jetzt viel besser als vorher die Geschichte der schwedischen
Familie K. Sie hat genau dasselbe Wappen gehabt als die deutsche und norwegische
Familie und ist merkwürdigerweise sowohl in der
schwedischen als in der öselschen Ritterschaft aufgenommen
worden. Die männliche Linie ist erst 1845 auf Oesel ausgestorben.
- Auch der gegenwärtige Secretair der oeselschen Ritterschaft bestätigt,
dass das erste bekannte Glied ist "Dietrich Kraeffting" aus altem westphälischen
Geschlecht Uex. Gertrud Wachmen aus dem Stifte Bremen. Er muß ungefähr
1570 geboren sein. - Der Name "Wachmen" ist wohl derselbe als "Wachmann"
und es sollte deshalb sehr interessant sein zu wissen, ob der Name "Gertrud"
in dieser Familie gefunden werden kann. Ich habe jetzt an das Münstersche
Staatsarchiv geschrieben, um ein Versuch zu machen, vermittelst der dortigen
Kirkbücher den Namen "Dietrich" zu finden. - Ich habe auch einige
Mitteilungen von dem Staatsarchive in Lübeck erhalten, welche unser
Stammtafel etwas suppliert. Ich erlaube mir deshalb eine Copie davon beifügen.
v. Bippen vom 12.10.1910:
..... Ihnen ... aber noch weitere Beiträge zu liefern, als ich
früher getan habe, sehe ich mich leider nicht in der Lage. Ich glaube,
daß ich Ihnen alles mitgeteilt habe, was unser Archiv über Ihre
Familie enthält. - Daß Wachmen und Wachmann identisch sei, ist
gewiß anzunehmen, allein in unserm unvollkommenen Stammbaum der Familie
Wachmann finde ich keine Gertrud. .....
|